kyalur.de

Aktuelle Zeit: Do 21. Okt 2021, 22:39

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Tod? (Teil IV)
BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2009, 13:46 
Offline

Registriert: Do 15. Jan 2009, 11:49
Beiträge: 33
Svirivyl hatte sich entschlossen von hier aus den Weg zu verlassen. Das Netz schien stabil genug sie zu tragen und wenn sie sich nicht irrte,
würde es sie bis zum Ende dieser monströsen Säule führen. Irgend etwas in ihr sagte, das sie dort hinauf müsse.

Veilyas Körper hatte sich eigentlich erholt, aber für so einen Aufstieg fehlte ihr einfach die Gewohnheit. Svirivyl hatte sich wirklich alle Mühe gegeben ihr die Spinnen näher zu bringen. Sie als etwas Schönes und Sanftes zu sehen, eine perfekte Kreatur. Doch sie tat sich immer noch schwer damit. Zwar hatte sie gelernt die Tiere zu dulden und sogar sich mit ihnen zu arrangieren.
Aber lieben, so wie ihre Herrin es tat, könnte sie jene wohl niemals.
Immer wieder bemerkte sie wie die Drow ihr Tempo verringerten damit sie aufschließen konnte, Yakardirr lauerte in ihrem Rücken.
Zwar war das Bild durchaus ungewohnt, Drow im Netz einer Spinne zu sehen, doch selbst hierbei wirkten diese unnahbar und elegant.
Nach einer Weile erkannte auch Veilya den Unterschied der verschiedenen Fäden und schaffte es,
einen Weg fernab der klebenden Seide zu finden. Die Farbe der Fäden änderte sich je höher sie kamen.
Mehr und mehr des Netzes war bedeckt mit einer sonderbaren Substanz, die Veilyas Alchemistischer Verstand gerne analysiert hätte.
Das Netz wirkte stabiler, als sei ist mit einer Schutzschicht überzogen. Jedoch auch weniger klebrig.
Fast wie warmer Draht fühlte es sich unter ihren Händen an. Vereinzelt meinte sie geronnenes Blut zu erkennen,
auch andere Dinge schienen durchaus organischen Ursprung zu haben, jedoch sehr fein gemahlen und über die Jahrhunderte lang erhärtet.
Einige Substanzen schnitten sich unschön in ihre weiche Haut und verursachten einen unangenehmen Juckreiz,
bis zu einem widerlichen Brennen. Veilya fühlte sich zerrissen.
Der Aspekt Lloth lauerte in ihr wie eine Puppe die bald aufsprang. Dieser Teil schien sich wohl zu fühlen,
vertrauen zu haben in diesem Chaos. Vertrauen das sie auch zu ihrer Herrin hatte.
Der Plan war gewagt und alles andere als einfach. Doch wie sonst würde sie ihren Körper wieder für sich alleine haben?
Die Nähe ihrer Götter wiedererlangen ohne mit dem Tod bestraft zu werden.
Veilya war nicht so dumm zu denken, daß sie unersetzlich wäre.
Zwar hatte Svirivyl ihr gegenüber mehrfach betont, das sie ihre Dienste schätzte und auch wesentlich mehr durchgehen lassen,
als es üblich gewesen wäre, jedoch war jene ein wandelndes Chaos. Eine Ansammlung des Scheins. Nicht umsonst hatte Veilya sie als Herrin auserkoren.
Die Macht der Intrigen und der Hinterlist war in jenem sanft erscheinendem Wesen stärker vertreten,
als bei jedem Menschen den sie bisher traf. Selbst als bei jedem Drow den sie bisher traf.

Es schien Stunden zu dauern ehe sie oben angelangen. Ein riesiges Plateau tat sich vor ihnen auf.
Die Oberfläche war geschmückt mit einer gleichmäßigen Schicht aus braunroter Asche.
Es erweckte den Anschein, als ob hier oben nie zuvor ein Lebewesen gewesen sein mochte.
Doch irgendwann mußten hier Intelligente Wesen gewesen sein. Sie waren etwa auf der Mitte der Breite angekommen.
Ein großer Spinnenförmiger Monolith schien den Himmel zu küssen. Davor war ein kleiner, mit Verziehrungen gespickter,
verstaubter Altar. Eine schwache undurchsichtige grüne Wolke umspielte das schwarze, kalte Gestein.
Es wirkte so nah, als ob man danach greifen könnte, doch wenn man es tat gelang man nicht hinein.
Die Hand schien so weit weg, wie der Weg zur Sonne.
Die Säulen warnten am Rande vor der tödlichen Tiefe und umrahmten das eigenartige Bild.

„Wo sind wir hier?“

fragte Veilya nach dem die Drow innegehalten hatten. Ll’ianar war die erste die reagierte und blaffte sie an.

„Dir hat keiner erlaubt zu sprechen“

Veilya ging davon aus das auch sie es nicht wußte und dies mit ihrer Unfreundlichkeit lediglich zu überspielen versuchte,
sie schenkte der Drow ein zuckersüßes Lächeln.

„Verzeiht daß ich euch auf eine Schwäche gestoßen habe“

Ll’ianar wurde fast schlecht von diesem dellitantem Geschleime dieser mickrigen Kreatur,
sie legte sich gedanklich gerade eine passende Antwort zurecht, als die Stimme der Mutter dies unterbrach.
„Wißt ihr es nicht?“
Es klang wie eine Anklage, als hätte man etwas Grundlegendes und Simples nicht verstanden.
Eine Farce überhaupt danach zu fragen. Svirivyl wendete sich um.
Ll’ianar sah betreten zu Boden und begutachtete ihren Fußabdruck in der Hinterlassenschaft der Einöde.
„ Kommt her, beide. Ich zeige es euch.“
Hatte sie das wirklich gesagt?
Anscheinend schon, beide Frauen machten sich auf ihr zur Seite zu stehen. Die eine links die andere rechts.
Yakardirr hingegen macht nur etwas Platz.
Wie in Trance hob Svirivyl die linke Hand zu ihrem Amulett und hörte sich selber die Worte sprechen,
die eine Art multidimensionales Sichtfenster ermöglichten. Das Amulett leuchtete schwach auf.
Dunkler Rauch schien aus Svirivyls Fingerspitzen zu fließen und wurde durch deren Bewegung zu einer schwarzen,
undurchsichtigen, chaotischen Wolke geformt.
Geformt war das falsche Wort.
Ihm wurde die die Möglichkeit gegeben ein Muster ohne Regeln einzunehmen.
Mit dem Beenden der Worte begann die Wolke zu verschwimmen und die verschiedensten Farben und Formen anzunehmen.
Einzelne Ecken blitzten auf. Während sich die Struktur immer wieder änderte, flackerten Bilder auf.
In Jeder Farbe sah man diese Ebene, den tot scheinenden Raum den sie so lange durchquert hatten.
Schon in dieser bekannten Sicht waren viele Spinnen zu sehen, die meisten friedlich nicht allzugroß,
doch jene verteilten sich weiter in den Dimensionen.
Milliarden von Spinnen in allen Farben und Größen waren zu sehen. Milliarden von Tieren die miteinander kämpften,
Tiere die ihre Beute davon trugen, Tiere die verendeten, Tiere die sich paarten, Tiere die ihre Eier einsponnen, Tiere die gerade schlüpften.
Eine Dimension zeigte sieben Tiere so groß wie dieses Plateau, wie eine kleine Stadt.
Jene thronten gerade zu über alles, doch auch sie selber schienen wiederum mit Spinnen übersäht, die sich kaum zu bewegen schienen, offensichtlich befanden sie sich auf einem Skelett von so einer Spinne.
Veilya wurde übel bei dem Gedanken dort hindurch gegangen zu sein.

„Wir sind in einer Geburtsstätte ihrer Kinder.
Ein heiliger Ort“

Der Zauber verblaßte und Veilya spürte plötzlich ein Stechen im Oberarm.

„Tut mir leid Malic, aber ich weiß einfach nicht wann ich dir vertrauen kann und wann ich Shemal vor mir habe,
ich möchte nichts riskieren.“
Die Priesterin hatte es geschafft eine der sechs preparierten Nadeln aus dem Armband zu ziehen und sie in Veilyas Fleisch zu stossen.

„ Plynn il d' orlenggin“
Bring sie auf den Altar


Ll’ianar kannte dieses Gift. Sie selber hatte es ihr geschenkt ein wahres Meisterstück ihrer Künste
gleich einem Artefakt von einmaliger Beständigkeit. Eine Substanz die den Körper zu Stein veränderte.
Ein Gefängnis des Geistes,verflucht zur Untätigkeit.
Veilya würde ewig sein, aber nicht mehr leben. Solange sie niemand befreite.
Die junge Frau sah die dünne Nadel mit dem Gift, bevor ihr schwarz vor Augen wurde und ihr Körper
mit einem dumpfen laut zu Boden fiel. Ungerührt trat Svirivyl über den bewegungslosen, liegenden Körper hinweg.
Die Einstichstelle verfärbte sich langsam schwarz und es breitete sich aus.
Erst die Adern, welche ihren Weg langsam aber deutlich unter der gebräunten Haut anzeigten. Dann netzartig die Haut selber.
Es wirkte wie eine verfluchte Wunde die bald Veilyas kompletten Körper einnehmen würden.
Das Gift arbeitete langsam aber konsequent weiter.
Ll’ianar wartete das Yakardirr sich rührte, bevor der durchbohrende Blick der Mutter sie traf und ihr kundtat, das dies wohl ihr Befehl war.
Sie wollte protestieren. Sie war eine Priesterin Lloth, keine minderwertige Dienerin die hier die Drecksarbeit erledigte und Sklaven herum trug. Doch ihre Intelligenz warnte sie, sich hier gegen ihre Mutter zu stellen.
Widerwillig zog sie Veilya auf, der Körper begann schon steif zu werden und Ll’ianar wurde bewußt, das es nicht leichter werden würde,
je länger sie zögerte. Also trug sie Veilya zum Altar und bettete sie auf den alten Stein.
Unter der Staubschicht konnte sie alte Hieroglyphen erkennen. Zeichen die sich ihres Wissens entzogen.
Offenbar war dieses Gebilde so alt, das nicht mal die Priesterinnen ihres Tempels jene Schrift noch kannten.
Zumindest keine der jüngeren.
Man konnte zusehen wie Veilyas Körper sich versteifte und färbte. Es wirkte als ob auch er zu Stein werden würde.

„Dos orn il Lloth or'shanse”
Du wirst sie Lloth opfern

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de