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 Betreff des Beitrags: Tod? (Teil II)
BeitragVerfasst: Mi 21. Okt 2009, 23:21 
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Registriert: Do 15. Jan 2009, 11:49
Beiträge: 33
Das Getrommel wurde leiser je tiefer sie hinein gingen.
Selbst die Dunkelsicht vermochte bald kaum mehr einen Anhaltspunkt zu geben wo man sich befand.
Unter ihren Füssen vernahm man vereinzelt etwas brechen, das sich wie morsche Knochen anhörte.
Svirivyl folgte unbeirrt dem schwachen Schein des Fadens, der vor ihr in die Tiefen führte.
Das kleine Licht das von ihrem Symbol aus den Weg zu zeigen schien.
Die Luft wurde weicher und kühler. Die Lungen konnten sich langsam erholen.
Die Spinnen wurden weniger auf und um ihnen mit jedem Schritt den sie taten.
Die Steine ließen kaum Platz für zwei Mann und so streckte Svirivyl die Arme aus um ihren Weg abzusichern.
Ihre Hand faste in den Bezug der Gespinste auf dem unwirklich warmen Gestein.
Es fühlte sich an wie der behaarte Leib einer Spinne, aber sonst war nichts zu spüren.
Einen Moment verhaarte sie still und lauschte.
Da war etwas. Weit weg und leiser als das drohende Trommeln des Raumes, ein Wimmern.
Svirivyl schloß die Augen und konzentrierte sich.
Sie hörte das wispern des Windes, welcher die Steinsäulen durchzog, den beherrschten Atem Ll’ianars der nach Angst roch
und diese liebliche leise Wimmern, das weit weg war, doch auch als ob es ihrem eigenem Körper gehörte.
Nicht nach Außen gedrungen, sondern im Inneren, weniger wie ein Laut, ehr wie ein Gefühl, ein Gefühl das nicht ihr eigenes war.
Wie in Trance setzte sie einen Fuß vor den anderen, die Augen weiter geschlossen doch in ihrem Inneren
herrschte ein klares Bild des Weges.

Von all dem bekam Ll’ianar nichts mit.
Die Mutter schwieg und bis auf die kleine Pause, die kaum länger als mehre Atemzüge war, ging jene weiter und sie folgte.
Plötzlich hörte auch sie das leise Wimmern. Es klang nach einem zehrenden Kampf aus Angst und Panik,
einem Kampf der zu viel Kraft gekostet hatte um seinen Körper zu beherrschen.
Gebrochen und erbärmlich, Mitleidserregend.

Wußte sie es die ganze Zeit über?
Sind wir deshalb hier? Welches Armselige Geschöpf mußte diese Qualen erleiden
nur um mich hier her zu führen. Was wird sich nach der nächsten Säule offenbaren?


Die Antwort auf zumindest die letzte Frage erkannte sie bald. Dort war ein Wesen, eingesponnen und zappelnd in einem Netz,
das so groß schien wie die Säulen selber. Ll’ianar konnte das Ende nicht erkennen.
Plötzlich spürte sie das Gefühl sich umdrehen zu müssen.
Da war nichts das sie gehört hatte, lediglich eine Intuition, eine wage Vermutung, das sie beobachtet wurden.

Ll’ianar schreckte zurück, als ihre Vermutung Realität wurde.
Yakardirr stand dicht hinter ihr und sie blickte nun gerade in die dunklen, nichtssagenden Augen.

Wie lange war sie bereits dort?

In Bruchteilen von Sekunden überprüfte sie die Umgebung.
Zwischen den Säulen war genug Platz gewesen um sich dort zu verstecken. Vermutlich hatte sie hier im Schatten gelauert.
Yakardirr war eine einfache Schönheit. Etwas kleiner als ihre Mutter, aber das waren die meisten Drow.
Während Svirivyl und Ll’ianar eine elegante Andeutung der Muskeln ihr eigen nannten, waren die Yakardirrs ausgeprägt und gehärtet.
Ihr Körper war zweifellos im Traning. Sie trug eine metallische Platte und die Beine waren von einer Struktur aus Knochen geschützt.
Trotzdem bewegte sie sich grazil und schnell. Solange sich Ll’ianar erinnern konnte war Yakardirr an Svirivyls Seite.
Sie hatte ihre Launen ertragen, ihre Befehle erfolgt und sie mehr als nur einmal mit Sicherheit auch beschützt.
Vermutlich waren die beiden zusammen zur Akademie gegangen oder ihre Wege haben sich danach gefunden.
Genau wußte das niemand.
Aber wenn es eine Person gab, die ihre Mutter wirklich kannte, so mußte es jene sein.
Yakardirr sprach nicht, das tat sie höchst selten. Ihre Augen waren wachsam und kalt.
Auch diesmal bekam Ll’ianar nur als Begrüßung eine tief angedeutete untertänige Geste.

Heuchlerin

„Ol`s ussta?“
Ist das meines

Svirivyls Hand glitt hinauf und deutete auf den Kokon

Woher weiss sie von Yakardirr?
Wie lange weiss sie es schon?


„Xas, Jabbress“
Ja Herrin

„Vel'klar ph' l' byrren?“
Wo sind die anderen

„Taudl, l' ph' noamuth.“
Verzeihung, sie sind verloren

Ihre Stimme klang nach bedauern, doch das Gesicht war ungerührt wie immer

Niemals, tut dir das Leid, du kleine Schlange

Die Mutter hingegen nahm die Information schlicht und einfach hin. Jeder von ihnen wußte was dieses verloren zu bedeuten hatte.
Sie waren tot, entweder durch Yakardirrs Hand, was nicht unwahrscheinlich war, wenn jene zu lästig geworden wären,
oder durch diese Welt.
Svirivyl berührte das Symbol Lloth und sprach eines der Gebete. Sprach sie?
Ll’ianar hörte die Stimme überall, um sich herum in ihrem Kopf, die Worte wiederholten sich in dem Echo der Schlucht
und das Amulett fing an zu leuchten. Die Mutter zerschnitt die Luft mit einem Finger in einer raschen Geste
und über ihnen fiel der Kokon mit einem dumpfen Plumps zu Boden.
Das Amulett leuchtete immer noch in einem schwachen blauschwarzen Schimmer,
der sich kaum von der Finsternis der Umgebung abgrenzte, als sie mit weiteren sanften Berührungen das Wesen aus den Weben befreite.
Beinah wirkte es so als ob die Seide sich von alleine vor ihrer Hand teilte.
Ll’ianars erhaschte einen Blick auf das Wesen, welches bewußtlos am Boden lag.
Ein Mensch, genauer ein weiblicher Mensch. Die Frau hat eindeutig südländische Züge, die ihre Wurzeln jedem Betrachter offenbarten.
Ihr Gesicht schien weich und fein, aber von den Quallen gezeichnet. Vermutlich hätten Menschen jenes Geschöpf als hübsch bezeichnet,
doch in den Augen Ll’ianars wirkte es höchstens gewöhnlich. Irritiert und verächtlich schaute sie auf ihre Mutter,
welche sich über die Frau beugte.

Wir sind wegen ihr hier? Dafür das Brennen auf der Haut, der Mangel an Wasser und der endlose Fußmarsch?

Benommenheit und Wut stieg in ihrem Inneren auf, nur mit ihrem eisernen Willen gelang es ihr das Bild nach außen zu wahren.
Die Worte der Mutter drangen nicht in den Geist der Tochter, als jene ihr Gebet sprach und ein einzelner Tropfen Blut auf dem Boden fiel.
Die Frau schlug die Augen auf und erbrach zur Seite eine Mischung aus Schleim, Blut und anderen Flüssigkeiten.
Offensichtlich war ein Reinigungszauber gesprochen wurde, der das arme Geschöpf zurück rief. …

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