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 Betreff des Beitrags: Schattengeflüster – Lloths Gabe -IV-
BeitragVerfasst: Sa 7. Mär 2009, 22:21 
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Registriert: Sa 7. Feb 2009, 20:38
Beiträge: 12
Offensichtlich von den wohlgeformten Rundungen der vermeintlich menschlichen Frau angezogen, machte Ben einige Schritte auf diese zu und schenkte ihr sein schönstes, lüsternes Grinsen, was er seiner Meinung nach jemals aufgesetzt hatte.
Das Mädchen konnte gar nicht anders als ihm zu verfallen.
Pete hielt sich etwas im Hintergrund – ein etwas schüchterner, jüngerer Mann. Ben hätte sein Vater sein können, so groß war der Altersunterschied zwischen den beiden. Dennoch hielt ihn seine zurückhaltende Art nicht davon ab, dem hübschen, zarten Geschöpf den ein oder anderen gierigen Blick hinüberzuwerfen.
Ben war so ein Glücksschwein. Die Frauen lagen ihm alle zu Füßen. Und die Alte daheim finanzierte ihm durch ihre Erbschaft seine Sauftouren mit seinem besten Kumpel. Selbstverständlich wurde das Geld nicht nur für das schale Met in der Taverne um die Ecke ausgegeben. Die eine oder andere Dirne nahm diese milde Gabe mit offenen „Händen“ gerne ebenfalls entgegen.
Doch es kam auch öfters vor, dass Ben sich sein Glück nicht erkaufen musste.
Und hierbei ging Pete meist leer aus.

„Na, meijne Süßsche?!“, Ben streifte seine Zunge an der rauen Handfläche entlang und fuhr sich damit „kämmend“ durch sein dunkles Haar.
„Wohin denn dis Wegjes?“, lallte er, um seinen Charme einiges an Nachdruck zu verleihen.

Yizzrin setzte ein damenhaftes Lächeln auf, was ihr nur weitere gaffende Blicke Petes bescherte.

„Ein Spaziergang am Abend, der Herr.“, ertönte ihre feminine, liebreizende Stimme.

Ein Prachtstück von Weib, dachte Ben bei sich und Pete stimmte ihm unbewusst in Gedanken zu.

„De’ Straßjen sind um die Uhrseit nich’ mehr sso sssischer, Kleine.“

„Dafür sind ja solch' stämmige Herren wie Ihr da. Da Ihr aus dieser Richtung kommt, in die ich einzuschlagen gedenke, dürfte sich dort sicherlich keinerlei Gesindel herumtreiben.“, sie nickte den beiden freundlich zu und machte Anstalten ihren Weg fortzusetzen.

„Hahaaalt ma’. Warumm eijntlich spassierengeh’n? Wüssde viel bess’res mit der Seit ansufangen...“, nun ging Ben mit seinem männlichen Charme in die Offensive. Er wusste schließlich, was Frauen wollen.

Yizzrin hielt inne. Wechselte den einen oder anderen vielsagenden Blick mit Ben.
Innerlich seufzte sie auf. Komplikationen gehörten nun einmal dazu. Lloth wollte ihre Willensstärke testen.

„Ach, und das wäre, hübscher Mann?“, sie neigte ihren Kopf etwas zur Seite und legte ihren verführerischen Hals ein Stück weit frei.

„Könnt’ dir’s Glück der Welt seigen!“, er lachte gellend auf. Nun musste auch Pete, beflügelt durch die enthemmende Wirkung des Alkohols, losprusten.

„Das hört sich interessant an. Ich wüsste zufällig auch den perfekten Ort dafür...“
„N’ Mädchen das rangeht’! Gefällt mir! Schau’ mir das mal an, Pete. Wart’ hier!“, sagte Ben geistesabwesend zu seinem Saufkumpanen, während sich die schönsten Fantasien in seinen Gedanken breit machten. Und er war schon kurz davor gewesen den Nachhauseweg zu Hilde zu verfluchen.
Er sah das hübsche Ding bezirzend in den dichten Wald gehen. Erst schnellte ein hektisches Gefühl in ihm empor und er dachte für einen Moment, er müsse sie zu ihrem Glück doch zwingen. Doch glücklicherweise war er noch nüchtern genug, um zu begreifen, dass ihr geheimes Plätzchen im Wald sein musste.
Liebestoll folgte er ihr und wäre dabei fast über eine herausragende Baumwurzel gestolpert.

Pete blickte seinem Freund nur wehmütig nach.
Übelgelaunt trat er einen schmalen, herumliegenden Ast beiseite. Am liebsten wäre er einfach weiter gezogen, doch fehlte ihm der Mumm, um bei Hilde alleine auf der Matte zu stehen.
Ben hatte sie vor einigen Tagen dazu überreden können, dass Pete bei ihnen die nächsten Nächte verbringen durfte, bis er einen Trottel gefunden hatte, der ihm ein Zimmer zur Untermiete anbot und die dürftigen Münzen akzeptierte, die Pete zu bieten hatte.
Aber was hätte er sagen sollen?
Er konnte einfach nicht lügen. Was nicht heißt, dass er es nicht wollte. Doch schon beim Gedanken an die Situation schoss ihm das Blut in den Kopf.
Abwartend nahm er etwas unsicher auf einem Baumstumpf Platz.
Was bezeichnete er da eigentlich als Freund? Freunde ließen einen nicht auf einem morschen Stück Holz herumsitzen und warten, während sie selbst ihren Gelüsten frönten.

Seine Lider blieben beim nächsten Wimpernschlag etwas länger geschlossen.

Ben konnte sich auf eine Ansprache gefasst machen. Von wegen Freund.
Dabei musste er an den Schlafplatz denken, den ihm Ben verschafft hat. Jemand, dem man nichts bedeutete, würde so etwas nicht machen.
Eigentlich konnte er ihm nicht wirklich böse sein.

Die letzten Gedankengänge über waren seine Augen bereits geschlossen gewesen.

...

...

...

...

Ein Blinzeln.
Wo war er?
Achja...
Achja!
Ruckartig schrak er hoch und blickte um sich. Es war noch immer dunkel. Das Morgengrauen rückte zwar näher, doch seine Augen konnten höchstens einige Meter weit auf der unbeleuchteten Straße weit blicken.
Er musste eingenickt sein. Höchstens fünfzehn oder zwanzig Minuten. Aber wo war Ben? Immer noch mit dem billigen Weib in irgendeinem Gebüsch?
Pete reichte es. Er stampfte ungeduldig an die Stelle, an welcher Ben mit der Frau verschwunden war.
„Ben!“

Keine Antwort.

„Ben! Es reicht jetzt! Mein Kopfkissen wartet auf mich!“

Stille.

Panik stieg in ihm auf.
„Beruhige dich, du Weichei!“, sagte Pete zu sich selbst.
„Kein Wunder, dass Ben das Vergnügen mit dem Weib haben darf. Er wäre sicher nicht sofort durchgedreht.“

Mit einem mulmigen Gefühl setzte er erneut an.
„Be...“
Da war etwas.
Ein Flüstern? Was trieben die beiden dort? Kriegt der Mistkerl keinen hoch?
Noch einmal das Wispern.

„Was ist los, Ben?“

Die Antwort blieb aus.
Pete blickte mit pochendem Herzen auf die schwarze Wand, welche der dunkle Wald für ihn war – dort fiel bis jetzt noch weniger Licht hinein, als auf den offenen Straßenweg.
Er gab sich einen zögerlichen Ruck – Ben würde ihn auslachen, wenn er ihm später von seiner weiberhaften Unsicherheit erzählte – und machte den ersten Schritt in die Dunkelheit des Waldes.


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